Besuch in Tansania

Kilimanjaro
Bildrechte: Wolk9 (pixabay.com)

Bericht über den Besuch in  Tansania

Vom 29. Juli bis zum 15. August 2019 reisten wir – Michael Binder von der Philippus-Kirche in Giesing, Ulrike Jendis von der Apostel-/Petrus-Kirche in Solln und ich, Marianne Huber von der Passionskirche in Obersendling – in das Dekanat Njombe in Tansania und sollten dort unsere Partnergemeinden besuchen.
Nach einer fast zweitägigen Anreise wurden wir sehr herzlich von zwei Dekanen (Bernard Sagaya, Njombe und Yohana Mwambenengo, Kidugala) empfangen und in unser Quartier in das Gästehaus einer Gehörlosenschule in Njombe gebracht. Wir lernten die Kirche in Njombe und ihren rührigen Pfarrer Nelson Godiwe kennen und waren bei der Einweihung einer neuen Kirche und der Grundsteinlegung einer Primarschule unter Anwesenheit des Bischofs Isaya Mengele dabei.
Und dann war es endlich soweit: Der Pfarrer von Igosi, unserer Partnergemeinde in Tansania, holte Ulrike Jendis und mich in Njombe ab, lud am Markt noch Waren ein und drei weitere Menschen stiegen zu: Seine Schatzmeisterin, seine Tochter Rachel (23) und ihr kleiner Sohn Jofrey (3 Monate). Zu sechst fuhren wir nach Westen in die untergehende Sonne und wurden bei Dämmerung von begei¬sterten Menschen auf dem Platz vor der alten Kirche erwartet und in der Kirche mit Gebet und Gesängen begrüßt; auch wir stellten uns vor – auf englisch –, was in Kisuaheli übersetzt wurde.
Igosi ist ein kleines Straßendorf im Südwesten Tansanias, das auf einer flachen Hochebene liegt mit grandiosem Blick auf die in der Ferne liegenden Berge.
Neben der alten Kirche steht – am höchsten Punkt des Ortes – der Rohbau der neuen Kirche, an dem gerade Verputzarbeiten durchgeführt werden. Viele Freiwillige helfen mit, das Projekt Kirchen¬neubau zu realisieren, mit zum Teil ganz einfachen Mitteln, z.B. Leitern, die aus Brettern zusammengenagelt wurden.
Neben der Kirche ist nicht nur das Pfarrbüro, sondern auch der Kindergarten, in dem 60 Kinder be¬treut werden. Der Raum ist fast kahl, nur Matten am Boden: Hier könnten unsere Spenden für kindgerechtes Spiel- und Bewegungsmaterial sorgen. Unsere mitgebrachten Luftballons,  denen die Kinder begeistert nachjagten, waren ein voller Erfolg!
Das Pfarrhaus ist wie eine kleiner Bauernhof: Um einen Innenhof gruppieren sich Küche, Wohn- und Schlafräume sowie Toiletten- und Waschräume. Im Innenhof gibt es ein Beet für Gemüse und Salat, in einem Käfig werden Hühner gehalten und im Garten wachsen große Avocado-Bäume, deren Früchte zu den schmackhaftesten gehören, die ich je gegessen habe! Diese Möglichkeit der Selbstversorgung ist auch Teil des nicht sehr üppigen Pfarrersalärs.

Eine Besonderheit sind die Frühgottesdienste von Montag bis Samstag

Wir wurden von Hilda, der Frau von Pfarrer Sanga, herzlich willkommen geheißen und sehr mit den landestypischen Gerichten verwöhnt: Eier, Hühnchen, Reis, Kochbananen, Erbsen in Tomaten, Chinagemüse, Wassermelonen, Avocados und selbst gebackenem dunklem Brot. Zu trinken gab es meist Wasser oder Tee, aber auch Kaffee oder Milch.
Eine Besonderheit sind die Frühgottesdienste von Montag bis Samstag: Die „Morning Glory“ beginnt um 5 Uhr morgens und dauert ca. 45 Minuten mit Gesang, Trommeln, Ansprache und Gebet. Dazu gibt es viel Bewegung in der Kirche: Immer wieder stehen die Gläubigen auf und bewegen sich durch die Bänke.
Am zweiten Tag besuchten wir eine der Predigtstationen – preaching point –, wovon Pfarrer Sanga fünf betreut. Das sind die Außenposten der Gemeinde, die von sogenannten Evangelisten seelsorgerlich geführt werden. Pfarrer Sanga besucht jeden Sonntag nach seinem eigenen Gottesdienst jeweils einen der Standorte, sodass er alle fünf Wochen in einen der preaching points kommt.
Nach zwei interessanten und intensiven Tagen brachte uns Pfarrer Sanga wieder nach Njombe zurück, wo wir unsere Besuchstour zu anderen Partnergemeinden fortsetzten.

Marianne Huber