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Nicht nur zur Weihnachtszeit - TelefonSeelsorge

TelefonSeelsorge
Bildrechte: TelefonSeelsorge

„Before you commit suicide – ring me up!“ Mit diesen Worten ist 1953 die Telefonseelsorge entstanden. Der anglikanische Pfarrer Chad Varah hatte immer wieder junge Menschen beerdigen müssen, die sich das Leben genommen hatten. Schließlich schaltete er eine Zeitungsanzeige: „Bevor du dich umbringst, ruf an!“ Die „Samaritans“ in England waren geboren.

Seelsorge per Telefon, Chat und Mail

1956 nahm eine Gruppe engagierter Menschen in Berlin die Idee auf, das damals in nur 10% aller Haushalte vorhandene Telefon für die Suizidprävention zu nutzen. Sie gründete die „Le­bens­müdenbetreuung“ und setzte sich zum Ziel, rund um die Uhr für Suizidgefährdete da zu sein. Diese Arbeit wurde als „TelefonSeelsorge“ von der evangelischen und katholischen Kirche weitergeführt und ausgebaut.

Neben der prinzipiellen Erreichbarkeit rund um die Uhr, der Kostenfreiheit und der Kompetenz der Seelsorgerinnen und Seelsorger ist ein Grundpfeiler der Arbeit die absolute Anony­mität. Die Rufnummern der Anru­fenden erscheinen auf keinem Display und auch nicht in der Telefonrechnung. Es gibt keine Vorbedingung für einen Anruf, jede und jeder darf anrufen, wann immer nötig.

TelefonSeelsorge ist inzwischen eines der bekanntesten Angebote der Kirchen überhaupt. Wird in einer Zeitung von einem Suizid berichtet, werden die beiden Nummern der TelefonSeelsorge angegeben, um potenziellen Nachahmern eine Hilfsmöglichkeit anzubieten. Erkennt Facebook anhand eines Algo­rithmus einen suizidal klingenden User, wird ihm empfohlen, die TelefonSeelsorge zu kontaktieren. Seit 1980 ist die Suizidrate in Deutschland von rund 20.000 auf 10.000 gesunken.  Das wird auch auf Präventionsangebote wie die TelefonSeelsorge zurückgeführt.

Deutschlandweit gibt es 105 TelefonSeelsorge-Stellen mit 7.500 Ehrenamtlichen. 2018 wurden über die beiden Nummern der TelefonSeelsorge rund 700.000 Seelsorgegespräche geführt. Selbstmordgefährdung steht dabei inzwischen nicht mehr an erster Stelle. Die meisten Gespräche gehen um körperliche und psychische Erkrankungen, Einsamkeit, Ängste und soziale Beziehungen. Ein durchschnittliches Gespräch dauert rund 20 Minuten.

Seit 20 Jahren gehört zum Angebot per Telefon die Onlineseelsorge per Chat und Mail. Wie alle Eltern an ihren Kindern beobachten können, hat sich das Kommunikationsverhalten seit der Verbreitung von Handy und Smartphone drastisch verändert. Die TelefonSeelsorge vollzieht diese Entwicklung konsequent mit.

Die Evangelische TelefonSeelsorge in München ist im Evangelischen Beratungszentrum (ebz) angesiedelt. 2018 feierten wir das 50-jährige Jubiläum. Das Telefon ist rund um die Uhr besetzt, abends doppelt. Ein Drittel der 115 Ehrenamtlichen sind auch in der Chat- und Mailseelsorge tätig. Die Seelsorgerinnen und Seelsorger durchlaufen ein intensives Auswahlverfahren. Neun Monate lang dauert die Ausbildung, zu der inzwischen auch die Onlineseelsorge gehört. Die Ehrenamtlichen werden in Gesprächsführung, Seelsorge und häufigen Themen auf selbsterfahrungs­orientierte Weise ausgebildet. Der nächste Ausbildungskurs startet im Frühjahr 2020.

Wer ein anspruchsvolles und sinnerfülltes Ehrenamt im Rahmen der Kirche ausüben möchte und offen, flexibel und belastbar ist, ist hier an der richtigen Adresse. Infoabende finden am 11. Februar 2020 und am 2. April 2020 jeweils um 18:00 Uhr im Evangelischen Beratungszentrum, Landwehrstr. 15/Rückgebäude statt.

Pfarrer Norbert Ellinger,
Leiter der Evangelischen TelefonSeelsorge München im ebz


 

Reginalbischof_Kopp
Bildrechte: Christian Kopp

Unser neuer Regionalbischof stellt sich vor

Liebe Leserinnen und Leser,
mein Name ist Christian Kopp. Ab dem 1. Advent 2019 arbeite ich als Evang.-Luth. Regionalbischof in München und Oberbayern. Ich bin in großer Vorfreude auf diese Aufgabe. Besonders freue ich mich darauf, möglichst viele Menschen kennenzulernen, die in den Kirchengemeinden in Oberbayern ihren Platz und ihren Raum für ihr Engagement gefunden haben.

Ich bin jeden Tag dankbar – für mein Leben, für die
Menschen meines Lebens,
für die viele Liebe,
für meinen tollen Beruf.

Ich bin 1964 in Regensburg geboren. Meine frühe Kindheit habe ich in Rummelsberg bei Nürnberg verbracht. Von Geburt an bin ich netzwerkorientiert: Ich bin in einer großen Familie aufgewachsen mit drei Schwestern und 35 Cousins und Cousinen. Die schönsten Kindheits- und Jugenderfahrungen habe ich Garmisch-Partenkirchen gemacht – dort habe ich Konfirmation gefeiert und Abitur gemacht.

In München, Erlangen, Bern und Tübingen habe ich gerne und leidenschaftlich Theologie studiert. Im Studium habe ich meine Frau kennengelernt, die ebenfalls Pfarrerin ist. Gemeinsam staunen wir über zwei erwachsene Kinder und – bisher – zwei Enkelkinder.

Das Vikariat hat mich nach Nürnberg gebracht. Meine erste Pfarrstelle war im Süden Ingolstadts. Nach drei Jahren als Hochschulpfarrer in Nürnberg war ich weitere drei Jahre Projektleiter einer landeskirchlichen Kommunikationsinitiative. Zehn Jahre war ich Dorfpfarrer am Stadtrand von Nürnberg. In den letzten sechs Jahren arbeitete ich als Dekan in den Südstadtgemeinden Nürnbergs mit Arbeitsschwerpunkten im Interreligiösen Dialog, dem Personalbereich, der Diakonie und der Arbeitswelt. Meine vielfältigen Erfahrungen als nebenberuflicher Gemeinde- und Organisationsberater prägen und bereichern mein Arbeiten.

Gesellschaft und Kirche
verändern sich in
rasantem Tempo

Was macht mich aus? Ich liebe es Fahrrad zu fahren. Bewegung ist für mich eine große Glücksquelle: Laufen, Skifahren, Tanzen, Schwimmen, Bergsteigen. Von Anfang an – schon als Kleinkind – bin ich neugierig und interessiert am schönen Leben. Ich liebe Musik und das Theater, Lesen und Schafkopfspielen. Ich koche leidenschaftlich und esse genauso gerne. Ich bin jeden Tag dankbar – für mein Leben, für die Menschen meines Lebens, für die viele Liebe, für meinen tollen Beruf.

Im Kirchenkreis München und Oberbayern werde ich die Dekanate und Kirchengemeinden begleiten und unterstützen. Dort geschieht so viel Gutes. Das möchte ich gerne noch weiter bekannt machen. Ich habe eine sehr hohe Wertschätzung für die gefundenen Lösungen anderer.

Gesellschaft und Kirche verändern sich in rasantem Tempo. Viele Fragen nach Positionierungen und kirchlichen Aktivitäten in Zukunft brauchen kreative und angemessene Antworten. Hier will ich in Dialog- und Lernräumen mit den Menschen im Kirchenkreis, den Ehrenamtlichen, den Hauptamtlichen, den Gemeindemitgliedern aber auch den Menschen in der Gesellschaft gemeinsam weiterkommen.

Der Beitrag der christlichen Kirchen für das Zusammenleben aller Menschen ist riesengroß. Hier möchte ich mutig, neugierig, aktiv und einfallsreich mit den vielen Engagierten in Oberbayern Bewährtes pflegen und Neues, Innovatives ausprobieren und entwickeln.

Es grüßt Sie herzlich

Ihr Christian Kopp


Abschiedsgruß von Susanne Breit-Keßler

Breit-Keßler
Bildrechte: S. Breit-Keßler

Liebe Gemeindemitglieder des Kirchenkreises München und Oberbayern,

das Ende meiner Amtszeit als Regionalbischöfin und Ständiger Vertreterin des Landesbischofs ist in Sichtweite. Ich möchte mich bei Ihnen für das bedanken, was wir in den letzten zwei Jahrzehnten gemeinsam erlebt haben. Besonders dankbar bin ich für die wunderbaren Begegnungen in Gottesdiensten jeglicher Art, bei Gemeindefesten, bei kulturellen oder poli­tischen Veranstaltungen und so vielem anderen mehr. Sie, liebe Schwestern und Brüder, sind der Grund für mich, warum ich mit einer gewissen Wehmut Abschied nehme.

1. Korinther 12, 26: Und wenn ein Glied leidet, so leiden alle Glieder mit, und wenn ein Glied geehrt wird, so freuen sich alle Glieder mit.

Dieser Vers aus einer der wichtigsten und schönsten paulinischen Passagen über die Gemeinde spiegelt für mich die Verbundenheit mit Ihnen bildlich wider. Wir, als Gemeinde, als einzelne Glieder des Leibes Christi, stehen in Verbindung zu einander. Diese innige Verbindung hat mich durch meine Amtszeit getragen.

Der Zukunft gehe ich beschwingt entgegen. Auch nach meiner Amtszeit warten viele neue, aufregende Aufgaben auf mich. So Gott will, bleibe ich aktiv – und wir werden uns bei den unterschiedlichsten Anlässen wiedersehen. Die Verbindung zwischen uns als Kinder Gottes bleibt bestehen. Ich blicke mit Zuversicht und Freude auf das, was kommt.

Ihnen allen wünsche ich von Herzen Gottes reichen Segen. Vergelt’s Gott für das, was ich durch Sie und mit Ihnen erfahren, lernen, mitfühlen und an Freude erleben durfte.

Ihre Susanne Breit-Keßler


    Warum erscheint das ebw-Logo bei unseren Veranstaltungen?            

Kirche und Bildung
Man lernt nie aus, sagt das Sprichwort. Und das stimmt! Deswegen gibt es das Evangelische Bildungswerk München. Wir bieten Kurse und Seminare an, um Menschen zu bilden. Vor allem aber auch, um sie zu qualifizieren. Für ein sinnerfülltes Leben. Diesen Sinn finden viele in Ehrenämtern. Wir schulen Menschen, die Alte, Einsame, Hilfsbedürftige, Trauernde besuchen. Wir ermutigen Leute, sich digital zu vernetzen, sich für Flüchtlinge zu engagieren, sich mit literarischen Texten auseinander zu setzen. In manchen Fällen, zum Beispiel in den Demenzhilfe- oder Lernbegleitungskursen, führt die Teilnahme an unseren Veranstaltungen auch in Beschäftigungsverhältnisse. Kurse durchführen, das tun wir vom Evangelischen Bildungswerk in unseren Räumen im Herzen der Landeshauptstadt zwischen Sendlinger Tor und Stachus. Aber auch in den Kirchengemeinden im Dekanatsbezirk München bieten wir gerne Veranstaltungen an. Auf unserer Homepage finden Sie dazu mehr.
Warum bietet Kirche Bildung für Erwachsene an? Weil wir da in reformatorischer Tradition stehen. Luther hat einerseits mit Melanchthon das deutsche Schulwesen entscheidend befördert. Aber auch Erwachsene waren damals das Zielpublikum. Bis zu Luthers Zeit war die Bibel ein Privileg weniger Gebildeter. Die lateinische Sprache dominierte. Dann kam Luther. Übersetzte die Bibel. Den Menschen gingen die Augen auf! Die Reformation nahm ihren Lauf. Sie wurde zur größten Bildungsbewegung aller Zeiten.

Bildrechte: beim Autor

Bildung für alle!
Der Kirche steht dieser Anspruch gut an. Luther hat die neuen Medien seiner Zeit effektiv genutzt, um Bildung möglichst vielen Menschen zu ermöglichen. Das gedruckte Flugblatt war der Flyer der frühen Neuzeit.
Wir vom Evangelischen Bildungswerk sind überzeugt, dass Bildung das Leben bereichert. Dass Kirche Sinn und Gemeinschaft stiften kann. Und dass Bildung und Kirche zusammengehören. Wir bieten Bildung flächendeckend in ganz München an. Außerdem gibt es 68 evangelische Kirchengemeinden mit spannenden Bildungsangeboten. Wir sitzen in einem Boot mit diesen Gemeinden, sie sind alle unsere Mitglieder. Darum auch das Logo des ebw bei den Veranstaltungen der Kirchengemeinden. Der Staat unterstützt diese Veranstaltungen finanziell über das Bildungswerk. Er will sehen, dass Kirchengemeinden und Bildungswerk zusammen Bildung anbieten.
Besuchen Sie uns, das Evangelische Bildungswerk, doch einmal. Virtuell oder real. Wir freuen uns auf Sie!
Dr. Felix Leibrock
Geschäftsführer des Evangelischen Bildungswerks München, Pfarrer, Krimiautor
Herzog-Wilhelm-Str. 24
80331 München
Tel 089 55 25 80 51, Fax 089 5501940, www.ebw-muenchen.de