Gemeindegarten am Glockenturm - Zwischenbericht

Gemeindegarten
Bildrechte: A. Rissmann

Die Arbeiten des Umwelt- und Gartenteams, über die wir bereits in der letzten Ausgabe des Gemeindegrußes berichtet haben, wurden Anfang Februar wieder aufgenommen. In Vorfeld fand  eine professionelle Beratung durch einen Landschaftsarchitekten statt. Sie ergab, dass für eine werthaltige Nutzung dieses Gartenteils umfangreiche Rodungsarbeiten erforderlich sein würden. Das Dickicht aus zahlreichen Baum-Ablegern im  Gartenbereich an der Kreuzung Boschetsrieder Straße / Tölzer Straße wurde durch eine Fachfirma gelichtet, selbstverständlich unter Beachtung aller Auflagen der Unteren Naturschutzbehörde und der Baumschutzverordnung.

Nach Entfernung von Baumwurzeln und Gestrüpp und nach der Aufbereitung des Bodens soll an dieser Stelle durch eine ausgewählte Bepflanzung für die Menschen rund um die Passionskirche ein ganz besonderer Gartenbereich entstehen. Hierbei wird an einen sogenannten „phänologischen Garten“ gedacht.

Was ist phänologisch?
Das Wort „Phänologie“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet „Lehre von den Erscheinungen“. Phänologische Beobachtungen machen wir alle wenn wir zum Beispiel bemerken, dass Krokusse als eine der ersten Frühlingspflanzen erblüht sind oder eine bestimmte Zwetschgensorte reif ist.

Für einen phänologischen Garten werden spezielle Pflanzen, sogenannte „Zeigerpflanzen“ ausgewählt, um periodisch im Jahresverlauf wiederkehrende Entwicklungsstadien - wie zum Beispiel das Erblühen - beobachten und dokumentieren zu können.

Um die vielen Einzelbeobachtungen nach speziellen Vorgaben zu standardisieren und somit auch wissenschaftlich für die Umwelt- und Klimaforschung aber auch für die Landwirtschaft und die Medizin (Allergologie) zu nutzen, können wir uns einem großen nationalen und internationalen Netzwerk von ehrenamtlichen Datensammlern anschließen.

Wir sind Teil eines großen Puzzle
Koordinations- und Leitstelle hierfür ist der Deutsche Wetterdienst (DWD). Mit der Anlage eines phänologischen Gartens in der Großstadt, seiner Pflege und unseren regelmäßig erhobenen phänologischen Daten, die wir an den DWD melden, sind wir Teil eines großen Puzzle von vielfältigen Klimaschutzmaßnahmen.

Wer sich näher informieren möchte: Die Internetseite des DWD bietet sehr gute aufbereitete Informationen. https://www.dwd.de/DE/klimaumwelt/klimaueberwachung/phaenologie/phaenologie_node.html

Wir werden an dieser Stelle wieder berichten, wie es mit dieser Projektidee weitergeht.

Annette Rissmann