Ein Fisch zu Weihnachten

Am Anfang war der Fisch. Zwei geschwungene Linien, ineinander gekreuzt. So erkennen sich Christ*innen bis heute. Denn das griechische Wort für Fisch heißt „ICHTYS“. Die Anfangsbuchstaben ergeben im Griechischen einen Satz: „Jesus Christus ist Gottes Sohn und der Retter (der Welt)“. 

Ein uraltes Glaubensbekenntnis der Christ*innen. 

„Christ, der Retter ist da!“ werden wir auch in diesem Jahr wieder singen. Sie merken schon: Weihnachten und der Fisch gehören untrennbar zusammen. Die Geburt von Jesus ist ein Grund zur Freude: Weil durch sie der Retter der Welt zu uns gekommen ist.

Rettung tut Not.

Aber vor was brauchen wir denn eigentlich Rettung? Was bedroht uns Menschen derzeit am meisten? Meine Antwort: Die Klimakrise. Gerade die Fische sind durch sie besonders gefährdet. Die steigenden Wassertemperaturen machen ihnen zu schaffen. Die Bestände gehen zurück. Nicht auszudenken, was ihr Verschwinden für uns bedeuten würde.

Hier brauchen wir dringend einen Retter. Einen Retter, der die Wirtschaft zur Vernunft bringt. Ein Retter, der Schluss macht mit dem „Immer mehr!“ – in einer Welt mit endlichen Ressourcen. Die Fischgründe, die Bodenschätze, die Tiere und Pflanzen – sie sind uns doch zur Bewahrung anvertraut – nicht zum Ausbeuten. Erinnern Sie sich?

Weniger ist mehr.

Die Bibel erzählt, wie Jesus mit zwei Fischen tausende Menschen satt machte. (Mk 6,30ff.) Er ist dankbar für alle Gaben Gottes. Er demonstriert ganz anschaulich, was wir selbst eigentlich schon wissen: Weniger ist mehr! – gerade jetzt zu Weihnachten. Lassen Sie uns diese Gedanken festhalten. Denn der Retter braucht uns.

Herzlich,

Ihr Pfarrer Philipp Müller