Der Grüne Gockel kommt

Am 18.09.2019 wurde es offiziell: Der Kirchenvorstand der Passionsgemeinde beschloss einstimmig die Einführung des Umweltmanagementsystems für Kirchengemeinden und kirchliche Einrichtungen, den sogenannten „Grünen Gockel“.

Doch was verbirgt sich hinter diesen ominösen Bezeichnungen? Ein Umweltmanagement-system ist eine Mischung aus Werkzeug und Aufbauplan, um Strukturen zu schaffen, die es einer Institution wie unserer Kirchengemeinde ermöglichen, ihre Umwelt- und Klimadaten zu erheben und zu kontrollieren. Hierzu zählen ganz konkret Strom- und Wasserverbrauch sowie die Heizungskosten. Aber auch Abfall, Papier und Reinigungsmittel sind Betriebskosten einer Gemeinde und können gesenkt werden, wenn man Ihren Verbrauch konkret kennt. Ziel des Umweltmanagements ist die Verleihung des Umweltzertifikates Grüner Gockel. Dieses kirchliche Zertifikat erfüllt im Übrigen auch die europäischen Anforderungen des ÖKO-Audits EMAS III.

Wer erhebt nun wie diese Daten? Das Erheben und Kontrollieren des umweltrelevanten Verbrauchs und auch das Erarbeiten von Vorschlägen zur Verbesserung der Ökobilanz obliegt dem Umweltteam einer jeden Gemeinde, die den „Grünen Gockel“ einführen möchte.

Wer möchte das Umweltteam unterstützen? Das Umweltteam der Passionsgemeinde besteht zurzeit aus sieben Mitgliedern des (erweiterten) Kirchenvorstandes. Mitmachen kann aber jeder, der sich ehrenamtlich engagieren und konkret etwas zur Klimaschutzarbeit in der Gemeinde beitragen möchte. Bei Interesse melden Sie sich bitte im Pfarrbüro der Kirchengemeinde (passionskirche.muenchen@elkb.de). Sie sind herzlich willkommen! Wir können Unterstützung gut gebrauchen – denn es liegt viel Arbeit vor uns.

Was kommt als Nächstes? Der Anfang ist gemacht. Der Projektstart erfolgte durch Planung und Beschluss. Unterstützung erhält unser Umweltteam durch eine externe Umwelt-Auditorin aus der Jakobusgemeinde. Mit ihr gab es bereits es bereits ein Treffen. Nun gilt es, das erste Großereignis vorzubereiten. Jede Einführung eines „Grünen Gockels“ startet für die Gemeinde sichtbar mit einer Auftaktveranstaltung - einem festlichen Gottesdienst, dessen Kernthema und Leitmotiv Gottes Auftrag an uns Christen ist, seine Schöpfung zu bewahren. Dieser Auftaktgottesdienst findet an Christi Himmelfahrt am 21.05.2020, um 11:15 im Pfarrgarten der Passionskirche statt. Anschließend feiern wir ein besonderes Pfarrfest rund um das Thema Klima- und Umweltschutz. Lassen Sie sich überraschen! Auch hier werden Sie die Gelegenheit haben, sich über den Fortlauf der Zertifizierung (es sind weitere sieben Schritte) zu informieren, das Umweltteam kennenzulernen und sich für eine Mitarbeit anzumelden.

Aber wozu das Ganze? Das wachsende Engagement vieler Christinnen und Christen, sich aktiv und mit konkreten Maßnahmen für die Bewahrung von Gottes Schöpfung einzusetzen, hat die Landessynode der Evangelischen Kirche bereits 2009 veranlasst, die flächendeckende Einführung des „Grünen Gockels“ zu fordern. Auch für das 2019 verabschiedete integrierte Klimaschutzkonzept der Landeskirche gilt der „Grüne Gockel“ als das Werkzeug der Wahl zur idealen Umsetzung und trifft damit den Zeitgeist mehr denn je. Neben diesen im christlichen Selbstverständnis wurzelnden Gründen führt die Einführung des „Grünen Gockels“ auch zu ganz konkreten Einsparungen, die der Gemeinde wiederum zugutekommen: So kann der Ressourcenverbrauch ohne weitere Ausgaben - allein durch Veränderung des Nutzerverhaltens – in der Regel dauerhaft um 10 bis 20 % gesenkt werden.

Und wie lange dauert das? In der Regel dauert die Einführung und Zertifizierung des Umweltmanagementsystems 12 bis 18 Monate, so dass spätestens 2021 das Siegel des „Grünen Gockels“ unsere Kirche auch von außen zieren wird.

Dr. Nicole Schröder-Rogalla