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Abschied steht an in der legendären Freundschaft zweier Männer, die begann mit den Worten: „Es verband sich das Herz Jonathans mit dem Herzen Davids. Jonathan gewann ihn lieb wie sein eigenes Herz“ (1. Sam 18,1) Von einer herzlichen Umarmung der beiden wird erzählt, von Küssen und Tränen. Und dann sagt Jonathan zu David: „Geh hin mit Frieden! Für das, was wir beide geschworen haben im Namen Gottes, dafür stehe Gott zwischen dir und mir, zwischen deinen und meinen Nachkommen in Ewigkeit.“ (1. Sam 20,42)
Abschied steht an für mich und für Sie. Zum 1. Juni werde ich die Passionskirche verlassen. Ich übernehme eine Stelle an der Gemeindeakademie in Rummelsberg, werde als Beraterin Gemeinden und Dekanate unterstützen und in der Aus- und Fortbildung für Dekane, Pfarrer und kirchliche Mitarbeiter arbeiten.
Ich schaue auf 8 ½ sehr gute Jahre zurück. Als ich kam wurde mir erzählt, Passion fühle sich ein wenig wie das „unscheinbare Entlein“. Ich hatte schon damals das Gefühl: Ihr stapelt tief. Aus 24 Adventssäckchen zu einer Einführung kam mir so viel an Engagement, Liebe und Ideen für diese Gemeinde entgegen. Inzwischen hat sich der Schwan gemausert und ist nach innen und hinaus in den Stadtteil lebendig, selbstbewusst und erkennbar.
Ich verabschiede mich mit dem Gefühl, sehr viel Gutes zurückzulassen. Ich habe Menschen begleiten dürfen, viele sind mir ans Herz gewachsen. Ihre Erfahrungen und Anfragen haben mich beschäftigt und herausgefordert, ich habe viel gelernt, mein Glaube und meine Verkündigung haben sich weiterentwickelt. Ich bin von vielen getragen und unterstützt worden; ich weiß es tief zu schätzen, dass Sie sogar bereit waren, meine Stelle aus eigener Kraft zu finanzieren. Ich lasse einen Kollegen zurück, mit dem eine außergewöhnlich faire und unterstützende Zusammenarbeit möglich war. Für all das bin ich von Herzen dankbar.
Ich gehe im Glauben, dass das „was wir beide geschworen haben“, dass das, was gewachsen und wertvoll geworden ist, nicht nichtig wird durch den Abschied. Gott wird dafür einstehen, und so wird es wertvoll bleiben, und helfen weiter zu gehen, sagt Jonathan. Und das, was misslang, was ich nicht habe leisten können, wo ich enttäuscht habe, auch das hoffe ich in Gottes Hand, so dass es ein Ende finden kann.
Danke für alles!
Ihre Susanne Schatz
Zum Abschied
Liebe Susanne!
Erstens kommt es anders, und zweitens – hat uns Dein schneller Abschied aus der Passionsgemeinde ziemlich „kalt er-wischt“!
In den letzten beiden Jahren haben wir miteinander darum gekämpft, dass Deine Stelle erhalten bleibt und Du nicht, weil es der Landestellenplan so wollte, ganz schnell „irgendwohin“ wechseln musstest. Die gemeinsame Anstrengung hat zu einem so nicht vorhersehbaren Aufbruch in Passion geführt – „Gemeindeentwicklung“ war und ist nicht nur ein Slogan – und Du hast großen Anteil daran.
In dieser Zeit hat sich die Wertschätzung von Gemeinde, Kirchenvorstand und Kollegen für Deine Arbeit und Deine Person sehr deutlich ausgedrückt.
Nun gehst Du freiwillig auf eine Stelle, die Dir „auf den Leib geschnitten“ ist. Uns bleibt nur, Dich (und die Rummelsberger Gemeindeakademie) zu beglückwünschen – und herzlich dankeschön zu sagen für das, was wir in den letzten achteinhalb Jahren an Dir hatten:
Seniorenarbeit, Nachbarschaftshilfe, Gemeindebrief, Weltgebetstag, „Forum Solidarität“, Lektorenfortbildung, Partnergemeinde, Andachten in den Heimen, „Glaubensthemen im Ge-spräch“. Zusammen mit Deinem Mann hast Du Dich um die Homepage gekümmert (danke, lieber Volker, für Deine tolle Arbeit als Webmaster!) und kunstvoll fotografiert, was in Passion so kreucht und fleucht.
Dazu all das, was Pfarrers halt so machen: Konfirmandenunterricht, Taufen, Trauungen, Beerdigungen. Seelsorge. Und viele, viele sorgfältig gestaltete Gottesdienste mit Predigten, die angesprochen und bewegt haben. – Deine Zeit in Passion war keine Episode, sondern eine Epoche.
Bei Deinem Einführungsgottesdienst hab' ich ein wenig vorlaut meinen ersten Eindruck von Dir verkündet: bei Dir würde die Person halten, was der Name verspricht …
Heute kann ich das ohne Flapsigkeit sagen: wir hatten eine(n) Schatz!
Danke – und Gott behüt Dich!
Rainer Hess
Liebe Susanne,
als ich vor etwa neun Jahren als Teil einer Delegation des Kirchenvorstands in Büchenbach die erste Predigt von dir gehört habe, war ich sehr beeindruckt. Viele Predigten haben seitdem diesen ersten Eindruck bestätigt und verstärkt. Du wirst uns als Predigerin fehlen!
Wie oft haben wir in den letzten Jahren im Kirchenvorstand von deinen Fähigkeiten in Sachen Moderation und Methodik profitiert, nun ist es genau diese Begabung, die dich so überraschend schnell von uns fortführt. Aber auch wenn es noch schwer fällt, freuen wir uns natürlich mit dir über diese neue berufliche Herausforderung, die in den kommenden Jahren sicher vielen Gemeinden zum Segen werden wird.
Die Lücke, die du hinterlässt, ist riesig. Was wird aus dem so gut besuchten Montagsfrühstück? Wer macht jetzt mit uns am Weltgebetstag Bibliolog (auch von den katholischen Schwestern hochgeschätzt !)? Der gespannt erwartete Rückblick beim Jahresempfang, der Adventskalender im Internet, die "Glaubensthemen im Gespräch" sind nur einige deiner Aktivitäten, die für viele wichtig waren und deren Zukunft jetzt ungewiss ist.
Auch dein Mann wird uns fehlen. Zum Glück wird er nicht gezählt haben, wie viele Tische er im Saal zusammengeklappt hat, wie viele Chauffeurdienste er übernommen hat und noch vieles mehr. Auch unser Literaturcafé ist untrennbar mit dir verbunden. Ob "Sex and Crime in der Bibel", "Die verbranntcn Dichter" oder "Mascha Kaléko" - immer war es eine sehr anregende und engagierte Arbeit und ein großes Vergnügen.
Und so leihe ich mir meinen vorletzten Satz von Robert Gernhardt, der als Thema für ein neues Literaturcafé im Gespräch ist: "... will ich nicht hadern, kann nicht klagen, muss lediglich: So sei es! sagen." Einen großen Dank an dich und deinen Mann, eine gesegnete Zukunft und behaltet eure Zeit in Passion in guter Erinnerung!
Helga Wonka
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